Wann lohnt sich ein Headhunter für Ärzte für eine Klinik?

Von Dirk Weber, Gründer und Geschäftsführer der KLINIKER BRÜCKE
Line-Icon: Waage als Symbol für die Abwägung, ob sich ein Headhunter lohnt

Die kurze Antwort

Ein Headhunter lohnt sich für eine Klinik vor allem dann, wenn die passenden Kandidaten nicht aktiv suchen, die Position vertraulich besetzt werden muss, eigene Ausschreibungen erfolglos waren oder die Zeit drängt. Bei Chefarztpositionen trifft meist mindestens einer dieser Punkte zu. Für Besetzungen mit vielen aktiven Bewerbern ist externe Unterstützung dagegen oft nicht nötig. Entscheidend ist der Vergleich: die Kosten der Beratung gegen die Kosten einer längeren Vakanz oder einer Fehlbesetzung.

Aus der Praxis

Dirk Weber, Gründer und Geschäftsführer

Personalleitungen fragen mich oft, ob sie eine Chefarztsuche nicht ebenso gut selbst führen könnten. Meine ehrliche Antwort hängt davon ab, wo die passenden Kandidaten heute stehen: Suchen sie aktiv, reicht häufig die eigene Ausschreibung. Sind sie fest in ihrer Position, erreicht man sie nur über eine direkte, vertrauliche Ansprache.

Was macht ein Headhunter für Ärzte?

Ein Headhunter, fachlich eine Personalberatung mit Direktansprache, sucht im Auftrag der Klinik gezielt nach Kandidaten für eine konkrete Position. Er wartet nicht auf Bewerbungen, sondern ermittelt, wo geeignete Ärztinnen und Ärzte heute arbeiten, spricht sie vertraulich an, führt erste Gespräche und stellt der Klinik eine Auswahl vor.

Der Unterschied zur Personalvermittlung liegt im Zugang: Eine Vermittlung bringt vor allem Bewerber zusammen, die bereits suchen. Mehr dazu im Themenbereich Personalberatung für Chefarztpositionen.

Vier Situationen, in denen sich externe Unterstützung lohnt

  1. Die passenden Kandidaten suchen nicht aktiv. Bei Chefarztpositionen ist das die Regel. Ohne Direktansprache bleibt der größte Teil des Marktes unsichtbar.
  2. Die Suche muss vertraulich bleiben. Etwa weil der amtierende Chefarzt noch im Haus ist oder eine Neuausrichtung nicht vorzeitig bekannt werden soll.
  3. Eigene Ausschreibungen haben nicht gereicht. Wenn nach einer Anzeige keine oder keine passenden Bewerbungen eingehen, ändert eine zweite Anzeige daran selten etwas.
  4. Die Zeit drängt. Bei einer kurzfristigen Vakanz fehlt die Zeit, einen unbekannten Markt selbst zu erschließen.

Der Bedarf ist breit: Laut Krankenhaus-Barometer 2022 des Deutschen Krankenhausinstituts hatten 72 % der Krankenhäuser Probleme, offene Stellen im Ärztlichen Dienst zu besetzen. Für Chefarztpositionen mit ihrem kleinen Kandidatenkreis gilt das erst recht.

Wann eine Klinik selbst suchen kann

Nicht jede Besetzung braucht einen externen Partner. Wenn es für eine Position viele aktive Bewerber gibt, die Klinik einen bekannten internen Nachfolger hat oder das eigene Netzwerk bereits geeignete Kandidaten kennt, kann eine eigene Suche ausreichen. Ehrlich geprüft werden sollte dann nur, ob die Personalabteilung neben dem laufenden Geschäft genug Zeit für eine sorgfältige Auswahl hat.

Wie rechnet sich eine Beauftragung?

Eine Personalberatung kostet ein Honorar. Dem stehen die Kosten einer längeren Vakanz gegenüber: nicht erbrachte Leistungen, Vertretungshonorare, Belastung im Team, abwandernde Zuweiser. Hinzu kommt das Risiko einer Fehlbesetzung, die oft erst nach Monaten sichtbar wird und dann erneut eine Suche auslöst.

Wer beide Seiten grob beziffert, kann sachlich entscheiden. Welche Kosten eine Vakanz verursacht, beschreibt der Themenbereich Chefarztstelle besetzen; wie Honorarmodelle aufgebaut sind, erklärt Personalberatung für Chefarztpositionen.

Worauf Kliniken vor der Beauftragung achten sollten

  • Ist der Partner auf ärztliche Führungspositionen spezialisiert?
  • Wer führt die Suche persönlich, und kann man diese Person vorab sprechen?
  • Wie läuft die Suche ab, und welche Zwischenergebnisse erhält die Klinik?
  • Wie ist das Honorar aufgebaut, und was gilt, wenn eine Besetzung nicht gelingt oder die Probezeit nicht übersteht?
  • Wie geht der Partner mit vertraulichen Informationen um?

Unsere Einordnung

Wir raten Kliniken von einer Beauftragung ab, wenn ein überzeugender interner Nachfolger bereitsteht oder sich auf eine Anzeige bereits mehrere passende Kandidaten gemeldet haben. Eine eigene Suche reicht dagegen meist nicht mehr, wenn nach der Ausschreibung nur Bewerbungen eingehen, die am Profil vorbeigehen, oder wenn die Besetzung vertraulich bleiben muss. Dann entscheidet der Zugang zu Kandidaten, die nicht suchen.

Häufige Fragen

Was kostet ein Headhunter für eine Chefarztposition?

Das hängt vom Honorarmodell ab. Verbreitet sind erfolgsabhängige Modelle, Retainer mit festen Raten und Mischformen. Unser Modell erläutert die Seite Vergütung.

Ist ein Headhunter dasselbe wie eine Personalvermittlung?

Nein. Ein Headhunter spricht im Auftrag der Klinik gezielt Kandidaten an, auch solche, die nicht suchen. Eine Personalvermittlung bringt vor allem Bewerber zusammen, die bereits auf Stellensuche sind.

Wie lange dauert eine Suche mit externer Unterstützung?

Das hängt von Fachgebiet, Standort und Anforderungsprofil ab. In günstigen Fällen lassen sich erste geeignete Bewerber nach wenigen Tagen vorstellen, bis zur Entscheidung vergehen in der Regel mehrere Monate.

Quellen

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Dirk Weber

Gründer und Geschäftsführer der KLINIKER BRÜCKE. Seit 2010 auf die Besetzung von Chefarztpositionen in deutschen Kliniken spezialisiert.

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Inhalt

Lohnt sich externe Unterstützung für Ihre Position?

Wir sagen Ihnen offen, ob eine Beauftragung für Ihre Chefarztposition sinnvoll ist und wie wir vorgehen würden.
Dirk Weber, Gründer und Geschäftsführer der KLINIKER BRÜCKE
Das Erstgespräch führe ich persönlich.
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